USA


 

 

Lemp Mansion, St. Louis

 

Die Geschichte des “Lemp Brauerei” Imperiums beginnt mit der Ankunft von Johann Adam Lamp 1838 in St. Louis. Er eröffnete einen kleinen Kaufmannsladen an der Ecke, die nun Delmar und Sechste heißt.
Bald verkaufte er auch Haushaltswaren. Auch hatte er Essig und Bier, welche er selbst herstellte, in seinem Sortiment. Offensichtlich bemerkte Lemp, das mit diesen beiden Artikeln ein größeres Geschäft zu machen war, als mit allen anderen und schon bald gründete er eine kleine Fabrik in der 112 South Second Street, zwischen Walnut und Elm. Das ist ungefähr dort, wo nun das
“Tor zum Westen” (Der große Bogen in St. Louis) steht, am Flussufer in St. Louis.

 

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Die neue Anlage produzierte beides, sowohl Bier als auch Essig und in den ersten Jahren, verkaufte Lemp das Bier in einer Bar, die der Brauerei angeschlossen war. Es wird bis heute geglaubt, dass Lemp der erste war, der St. Louis das “Pils” brachte. Dieses neue Bier war ein ganz anderes, als das englische “Ale”, dass bis dahin sehr beliebt war. Nun gab es das “Pils” und das wurde schnell zum beliebtesten Bier in St. Louis.

Das Geschäft blühte und 1845 war die Popularität des Biers so groß, das sich Lemp leisten konnte, die Herstellung von Essig einzustellen. Ab da konzentrierte er sich gänzlich auf die Bier Herstellung.

Die Firma expandierte rasend schnell. Dank des Absatzes des Biers, empfand Lemp die Brauerei schnell als zu klein für diese Massenproduktion und die Lagerung des Biers. Er fand eine Lösung für sein Problem, in einer Kalksteinhöhle. Diese wurde erst kurz zuvor entdeckt und lag etwas südlich vor den Toren der Stadt. Die Höhle liegt heute an der Ecke des Cherokee und De Menil Platzes. Die Höhle konnte gekühlt werden, in dem man Eis des nahen Mississippi Flusses “stach” und es in die Höhle brachte. Dies würde das Bier während der Gährung und Lagerung kühl genug halten.

 

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The Lemp´s Western Brewery Co. wuchs stetig weiter und während der 40er und 50er war sie eine der größten der Stadt. Die Nachfrage nach Bier, stieg ebenfalls ständig weiter, da es bei nahezu jedem sehr beliebt war. 1858 gewann das Bier sogar den ersten Preis, bei der St. Louis Messe.

Adam Lemp starb am 25. August 1862 und sein Sohn William begann nun mit einer großen Expansion der Brauerei. Er kaufte fünf ganze Blöcke die um die Höhle in Cherokee und darüber standen.

Mitte der 1890er kannte man die Lemp Brauerei in ganz Amerika. Mittlerweile produzierten sie bereits das bekannte “Falstaff”-Bier, welches noch heute von einer anderen Brauerei gebraut wird.
Auch das Familienlogo, welches einst den Schriftzug “Lemp” enthielt, ist auf den Flaschen dieses Biers. Dieses Bier wurde das beliebteste Bier in ganz Amerika. Dies hatte bis dahin noch keine Lokale Brauerei geschafft. Lemp war ebenfalls der erste, der einen Ost-West Absatz mit seinem Bier schaffte.

Bauarbeiten an neuen und Renovierungsarbeiten an alten Gebäuden waren an der Tagesordnung, an der Lemp Brauerei. Der ganze Komplex war im italienischen Renaissance Stil, mit Bogenfenstern, Stuckdecken und überall angebrachten Lemp-Schildern überzogen, um die fünf Blocks für die Stadt ansehnlich zu machen.

Während der Zeit des größten Erfolges der Lemp Brauerei, baute William Lemp ein Haus für seine Familie. Die lag nicht weit weg vom Brauereikomplex. Das Haus wurde von Jacob Feickert, Julia Lemp´s Vater 1868 gebaut. Und wurde von William großzügig finanziert. 1876 erwarb es Lemp von seinem Bruder und machte ein Wohn- und Bürohaus für die Brauerei daraus. Auch wenn es schon vorher ein sehr imposantes Haus war, begann William sofort mit der Renovierung und dem Ausbau des Hauses
und machte daraus ein Schmuckstück seiner Zeit.

 

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Und das Anwesen war im Untergrund genauso beeindruckend, wie es oben war. Ein Tunnel führte vom Keller des Hauses direkt in die Höhle, die William Jahre zuvor für seine Bierlagerung entdeckt hatte. Vorbei an einem Bruchsteinschacht, konnten die Lemp´s unter der Strasse bis zur Brauerei laufen.
Das aufkommen von mechanischen Kühlschränken, machte es auch möglich andere Teile der Höhle zu nutzen, für andere Dinge als Biergeschäfte. Eine Kammer der Höhle wurde zu einem natürlichen Auditorium und Theater umgebaut. Mit einer künstlich erschaffenen Szenerie aus Gips und Draht. Grelle Bodenleuchten wurden benutzt, um die Szenerie zu beleuchten und man sagt, das die Lemp´s sich Schauspieler engagierten und Artisten aus dem Zirkus um dort unten in der Höhle, für sie Privatvorstellungen zu geben. Dieser Teil der Höhle war über eine Wendeltreppe zu erreichen, die einst zur Cherokee Street herauf ging. Dieser Eingang ist heute geschlossen und die Wendeltreppe wurde entfernt, damit niemand in die Höhle steigen kann.

 

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Ungefähr 22 Fuß (ca. 7m ) östlich des Theaters befand sich eine andere Innovation der Lemp Familie. Nur wenig unterhalb der Kreuzung von Cherokee und De Menil war ein riesiger betonierter Pool,
welcher in der Zeit, als die Höhle als Lager benutzt wurde, ein Wasserreservoir war. In den folgenden Jahren bauten die Lemps dieses zu einem Schwimmbecken mit warmen Wasser um. Das warme Wasser kam direkt aus einem Rohr, welches aus dem Kesselhaus der Brauerei kam. Nach der Prohibition wurden die Höhlen nicht mehr genutzt und die Zugänge verschweißt. In den 1940ern wurden einige Teile der Höhlen wieder geöffnet
und für die Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Ironischerweise begann der “Ärger” der Familie Lemp genau zu dem Zeitpunkt ihrer größten Geschäftserfolge. Der erste Todesfall in der Familie war Frederick Lemp, William Lemp Sr. Lieblings Sohn und Alleinerbe des Imperiums. Er wurde jahrelang darauf geschult, das Familiengeschäft zu übernehmen. Er war bekannt dafür der fleißigste und der am schwer arbeitenste Lemp Sohn zu sein. Es ist durchaus möglich, das er sich wortwörtlich zu Tode gearbeitet hat. 1901 wurde Fredericks Gesundheit immer schlechter und er starb im Alter von nur 28 Jahren. Er starb an einem Herzinfarkt, der durch seine geschwächte Gesundheit herbeigeführt wurde. Sein Tod war verheerend für die Eltern, aber ganz besonders für seinen Vater.

 

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Lemp´s Freunde und Gesellschafter sagten, das er niemals wieder der alte nach Fredericks Tod war. Es war offensichtlich für sie alle, das er den Verlust nicht bewältigt bekam. Er zog sich langsam immer mehr von der Außenwelt zurück. Er wurde nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit gesehen und nutzte nur noch die “Höhlengänge” um jeden Tag zur Brauerei zu gelangen.

Am ersten Januar 1904 musste William Lemp einen anderen schweren Schlag erleiden. Sein bester und engster Freund Frederick Pabst starb. Diese Tragödie änderte Lemp noch mehr und schon bald stand er der Brauerei und den Geschäften gleichgültig gegenüber. Auch wenn er jeden Tag in sein Büro kam, zeigt er wenig Interesse an der Arbeit. Die, die ihn kannten sagten er sei nervös und rastlos und seine physische und psychische Verfassung sank stetig. Am 13 Februar 1904 wurde sein Leiden unerträglich.
Als Lemp an diesem Morgen aufwachte, aß er sein Frühstück und erwähnte gegenüber einem der Diener, das er sich nicht wohl fühlen würde. Er beendete das Frühstück, entschuldigte sich und ging zurück nach oben in sein Schlafzimmer. Gegen 09:30 Uhr nahm er eine 38er Smith & Wesson und schoss sich selbst in den Kopf.

Im November 1904 übernahm William Lemp Jr., als neuer Präsident , die William J. Lemp Brewing Company. Er erbte das Familiengeschäft und damit ein großes Vermögen. Er füllte das Haus mit Dienerschaft , baute Landhäuser und gab Unsummen für Kutschen, Kleidung und Kunst aus.

 

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Im Jahre 1899 heiratete Will Lillian Handlan, die Tochter eines reichen Fabrikanten. Zusammen hatten die beiden ein Kind, William J. Lemp III. Lillian hatte den Spitznamen “Lavender Lady”, weil sie diese Farbe bei ihrer Kleidung immer bevorzugte. Schon bald gab sie das Vermögen so schnell wie ihr Ehemann aus. Will liebte es, seine Frau als eine Art Trophäe herumzuzeigen und trotzdem wurde er ihr bald überdrüssig und entschied sich dazu, sich scheiden zu lassen. Die Scheidung und das Scheidungsverfahren bei Gericht, waren ein großer Skandal und ganz St. Louis sprach darüber. Nachdem alles vorbei war, zog sich die “Lavender Lady” aus der Öffentlichkeit zurück und wurde nur noch sehr selten gesehen.

Will´s Ärger hingegen, hatte erst angefangen. Die Lemp Brauerei sah sich ebenfalls geänderter Umstände auf dem Biermarkt gegenüber. Neun der größten Brauereien in dem Gebiet um St. Louis schlossen sich 1906 zu einer zusammen, um die “Independent Breweries Company” zu gründen. Außerdem starb im Jahr 1906 Will´s Mutter. Wie sich 1905 herausstellte hatte sie Krebs und im März 1906 hatte sich ihr Zustand so sehr verschlechtert, das sie unter chronischen Schmerzen sehr litt. Sie starb in ihrem Haus, nur kurze Zeit später.
1911 wurde das gesamte Lemp Anwesen um- und ausgebaut. Nun bezogen die neuen Büros der Brauerei dieses Gebäude. Einige Strukturen wurden verändert, inklusive des riesigen Erkerfensters direkt über dem Atrium, auf der Südseite des Hauses. Der vordere Teil des Hauses wurde zu Privatbüros, Lobbies und Räumen für die Buchhalter umgebaut. Trotz dieser Veränderungen blieben das parkähnliche Grundstück und die Häuser für die Kutschen wie sie waren.

 

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Wie auch die meisten Konkurrenten, schleppte sich die Lemp Brauerei durch den ersten Weltkrieg. Laut Aussage einiger Buchhalter, war Lemp weitaus schlimmer dran, als andere Firmen. Will hatte keinerlei Neuerungen zugelassen und so war das Equipment in der Brauerei sehr alt und desolat und um die Sache noch zu verschlimmern, kam die Prohibition.

Dies war das Signal zum endgültigen aus der Firma. Als die einzelnen Familienmitglieder einigermaßen reich waren, durch die Brauerei, hatten sie keinerlei Interesse mehr daran die Firma weiter zu führen. Will, gab es auf, daran zu glauben, das der Kongress die Prohibition doch noch schnell stoppte und schloss die Brauerei, ohne Vorankündigung. Die Arbeiter erfuhren von der Schließung als sie zur Arbeit kamen und die Türen und die Tore verschlossen waren.

 

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Will beschloss aus dem Inventar und der Brauerei noch Geld zu machen und versteigerte die Gebäude. Er verkaufte das berühmte Lemp “Falstaff” Logo an den Braumeister Joseph Griesedieck für 25.000$ und 1922 verkaufte er den Rest der Brauerei an “International Shoe Co.” für nur 588.000$. Eine kleine Fabrik die weit über $7 Millionen Wert war und das nur ein paar Jahre vor der Prohibition.

Mit der Prohibition wurde die Brauerei schließlich zerstört und die 1920er schienen für die Lemp Familie zu einer düsteren Zeit zu werden. So schlimm wie es auch erst aussah, es kam noch schlimmer durch den Selbstmord von Elsa Lemp Wright 1920. Sie und ihr Mann gingen durch ein schwierige Ehe, hatten sich aber 1920, nur kurz vor ihrem Tod , wieder ausgesöhnt. Ihr Ehemann wollte gerade ein Bad nehmen, als er am Morgen des 20 März ein lautes, knackendes Geräusch aus dem Schlafzimmer hörte.
Sie hatte sich erschossen, wie ihr Vater.

Die Dienerschaft verständigte sofort Dr. M. B. Clopton and Samuel Fortdyce, einen engen Freund der Familie. Komischerweise wurde die Polizei erst nach mehr als zwei Stunden über Elsa´s Tod in Kenntnis gesetzt und selbst dann kamen die Informationen nur indirekt über Samuel Fordyce. Wright wurde sehr nervös, als die Polizei nun schließlich anfing zu ermitteln und seine einzige Entschuldigung, warum die Polizei nicht sofort informiert wurde, war das er zu verblüfft und überwältigt war, das er nicht wusste, was er tun sollte.

Und während die mysteriösen Umstände des Todes von Elsa einiges an Spekulationen zuließen, schien es so, als wenn es da doch mehr gab. So schienen ihre Brüder doch mehr über die wirklichen Umstände ihres Todes zu wissen. Will und Edwin eilten sofort zum Haus ihrer Schwester, sobald sie von ihrem Tod erfuhren. Als Will ankam und ihm erzählt wurde, was passiert war, sagte er nur:

“Das ist für dich, die Lemp Familie”

Will sah sich bald in der Situation, Depressionen und Todessehnsucht zu haben. Er war bereits in einem schlimmen Zustand, als er mit ansehen musste, wie die Lemp Dynastie dem Ende entgegen ging. Doch nun änderte sich sein Zustand abermals noch stärker und schlimmer. Nach dem Verkauf der Brauerei war er völlig niedergeschlagen und verbittert. Will folgte dem Zustand nach, ganz seinem Vater, nach dem Tod von Will´s Bruder. Er wurde fürchterlich nervös und launisch. Er meidete das öffentliche Leben und wurde immer Eigenbrödlerischer. Er klagte oft über Krankheiten und Kopfschmerzen. Am 19 Dezember 1922, hatte er den Höhepunkt des Wahnsinns erreicht.

Nachdem er mit seiner Frau, von seinem Büro aus, telefoniert hatte schoss sich Lemp ins Herz, mit einer 38er Pistole. Er hatte seine Weste aufgeknöpft und feuerte die Waffe durch sein Hemd ab. Er hinterließ keine Nachricht. Sein Sohn sagte den Ermittlern, das er gefürchtet hatte, das so etwas passieren würde. Auch wenn Lemp keinerlei Anzeichen für einen Selbstmord zeigte.
Nach dem Verkauf der Brauerei, diskutierte er über den Verkauf anderer Dinge, wie Land und Bars und wollte es dann ruhig angehen lassen. Nicht lange nach dieser Ankündigung verkaufte er sogar sein Anwesen in Webster Grove, mit dem Hintergrund, einige Zeit durch Europa reisen zu wollen.
Die Beerdigung von William Lemp Jr. war am 31. Dezember auf dem Grundstück der Lemp Mansion, dem Familienstammsitz der Lemp´s. Die Büros wurden zu Trauerräumen umfunktioniert, sagten die Angestellten später. Er wurde im Familienmausoleum beigesetzt, auf dem Bellefontaine Friedhof in der Krypta,
 über seiner Schwester Elsa.

 

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Durch den Tod von William Lemp Jr. und den eigenen Problemen, die seine Brüder hatten, schien das Lemp Imperium am Ende zu sein. Die beiden anderen Brüder, die noch in St. Louis lebten, hatten das Unternehmen bereits vor langer Zeit verlassen. Charles arbeitete auf dem Finanzmarkt und in einer Bank und Edwin lebte ein abgeschiedenes Leben in Einsamkeit in seinem Haus in Kirkwood. Das große Vermögen, welches sie angehäuft hatten war mehr als genug um den verbleibenden Familienmitglieder ein komfortables Leben während und nach der Depression, Ende der 20er Jahre zu ermöglichen.

Aber die Tage der Lemp Tragödie waren noch nicht vorbei.

In den späten 20ern, waren nur noch Charles und Edwin von der eigentlichen Familie übrig. Während seines ganzen Lebens, hatte Charles nie viel mit der Brauerei zu tun gehabt, er arbeitete lieber in Banken
und auf dem Finanz- und Immobilienmarkt.
Trotz seiner durchsichtigen Geschäfte und seiner politischen Tätigkeit, war Charles eine mysteriöse Figur, welche noch merkwürdiger und scheuer wurde um so älter er wurde.
Er baute die Lemp Mansion schließlich wieder zu dem um, was sie einmal war. Ein Herrenhaus. Er lebte dort alleine in seinem alten, riesigen Haus, mit nur zwei Dienern. Die Legende sagt, das er panische Angst vor Bakterien hatte und immer Handschuhe trug, um einen Kontakt mit diesen auszuschließen. Er wurde sehr verbittert und exzentrisch. Er hatte eine schon morbide Bindung zu dem Haus. Auf Grund der Geschichte des Hauses, versuchte sein Bruder Edwin immer wieder ihn zu ermutigen, umzuziehen.
Dies verneinte Charles aber jedes Mal.

Am 10 Mai 1949 wurde Charles tot von einem seiner Angestellten gefunden und die Polizei wurde gerufen. Als diese eintraf fanden sie Lemp immer noch in seinem Bett liegend mit einem 38er Armee Colt in seiner rechten Hand. Er war der einzige in seiner Familie, der eine Abschiedsnotiz hinterließ. Der Brief war auf den 9. Mai datiert. Er schrieb: “Für den Fall, das ihr mich tot auffindet, beschuldigt niemanden außer mich selbst.”
Er unterschrieb diese Notiz!

Seltsamerweise hinterließ Charles, bereits lange vor seinem Tod, detaillierte Anweisungen für seine
Beerdigung. Er ist das einzige Familienmitglied, welches nicht in dem Mausoleum auf dem Bellefontaine Friedhof beigesetzt werden wollte und als wenn das noch nicht merkwürdig genug ist, so sind die restlichen Anweisung im Bezug auf seine Beerdigung noch merkwürdiger. In einem Brief an das “South St. Louis funeral home” von 1941, ordnete Lemp an, dass nach seinem Ableben sein Leichnam sofort zum Missouri Krematorium gebracht werden sollte. Seine Asche sollte dann in einen Weidenkorb gelegt werden und auf seiner Farm beigesetzt werden. Weiter ordnete er an, das sein Körper nicht gewaschen und nicht umgezogen werden sollte. Auch wollte er keinerlei kirchliche Segnungen etc. erhalten. Ebenfalls durfte keinerlei Todesnachricht publiziert werden, ganz egal was andere, noch lebende Familienmitglieder wollten,
so sollte es gemacht werden.

Am 11 Mai 1949, holte Edwin Lemp die Asche seines Bruders ab und brachte sie zu der Farm und setzte sie bei. Auch wenn all diese Anweisungen sehr komisch waren, so gibt es noch etwas sehr merkwürdiges daran. Selbst nach all diesen Jahren, ist bis heute nicht bekannt, wo sich die Farm einst befunden hat.

Die Lemp Familie, welche einst so groß und erfolgreich war, war nun nahezu absolut zerstört und dies alles in einem Zeitraum von nicht einmal 100 Jahren. Nur Edwin Lemp blieb übrig und hatte ein langes Leben und konnte das tragische Leid im Leben der anderen Familienmitglieder von seinem eigenen fern halten. Er war bekannt als ein ruhiger, in sich gekehrter Mann, welcher die Lemp Brauerei bereits 1913 verliess und ein friedliches Leben auf seinem Anwesen in Kirkwood führte.

Edwin schaffte es, dem “Fluch” der Familie Lemp zu entkommen, wurde allerdings mit zunehmenden Alter exzentrisch und entwickelte eine fürchterliche Angst vor dem alleine sein. Er sprach niemals über seine Familie oder über die tragischen Geschichten, der einzelnen Familienmitglieder. Seine Ängste brachten ihn dazu andere Leute zu unterhalten und so kam es, das immer jemand an seiner Seite war
und mit ihm in seinem Anwesen lebte.

Edwin starb 1970 friedvoll, eines natürlichen Todes im Alter von 90 Jahren. Laut Edwin´s letztem Willen, wurden alle Bilder der Lemp Kunstsammlung, als auch alle Dokumente der Familie und Andenken an sie verbrannt. Diese unersetzbaren, geschichtlich wertvollen Stücke lösten sich in Rauch auf,
während eines lodernden Feuers.

Genau wie das Lemp Imperium - verloren für immer!

Mit Edwins Tod starb die Lemp Familienlinie aus. Das Mausoleum der Familie Lemp kann man bis heute auf dem wunderschönen Bellefontaine Friedhof sehen. Auch wenn dort niemand mehr herkommt um zu trauern, hat man doch nicht den Eindruck des alleine seins. Einer von ihnen ist immer da.

 

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Nach dem Tod von Charles Lemp, wurde die Lemp Mansion verkauft und in eine Pension umgebaut. Kurz danach begannen schwere Zeiten und es begann zu verfallen, genauso, wie die gesamte Nachbarschaft. In späteren Jahren, gingen Geschichten herum, das Bewohner der Pension, sich des Öfteren über ein geisterhaftes Klopfen beschwert hätten und immer wieder Schritte zu hören waren und wenn man nach sah niemand in den Fluren war. Als diese Geschichten die Runde machten, wurde es nahezu unmöglich neue Mieter für die Zimmer zu finden und so stand die Lemp Mansion meist nahezu leer.

Der Niedergang des Hauses dauerte bis in das Jahr 1975, dann kaufte Dick Pointer und seine Familie die Mansion. Die Pointer´s begannen zu renovieren und umzubauen. Sie arbeiteten viele Jahre daran und machten schließlich ein Restaurant und ein Inn daraus. Doch sehr bald fanden die Pointer´s heraus,
das sie nicht alleine in dem Haus waren…

Der größte Teil der Renovierung, fand in den 70ern statt. Zu dieser Zeit berichteten Arbeiter über “komische” Dinge die passierten. Diese brachten viele zu der Vermutung, das es indem Haus spukt.
Die Berichte schwanken zumeist zwischen den Aussagen “Das Gefühl beobachtet zu werden”
und “Werkzeuge verschwinden”. Auch wurden oftmals komische Geräusche gehört. Viele Arbeiter bekamen es so sehr mit der Angst zu tun, das sie einfach nicht wieder zur Arbeit erschienen und sich weigerten,
das Haus jemals wieder zu betreten.

Seitdem das Restaurant geöffnet hat, berichten Angestellte immer wieder über sonderbare Ereignisse. Es wurde beobachtet, wie Gläser, die auf der Bar standen, sich einfach so in die Luft erhoben und dann durch den Raum geworfen wurden. Geräusche werden gehört, die sich keiner erklären kann. Und hin und wieder sieht man auch Erscheinungen, diese sind aber unregelmäßig und kommen und gehen, wann immer sie wollen. Fakt ist, viele Besucher und Gäste berichten über einige komische Vorkommnisse. Es heißt, das sich die Türen von alleine öffnen und schließen. Das Klavier fängt von alleine an zu spielen; Stimmen kommen aus dem Nichts und selbst der Geist der “Lavender Lady” wurde bereits gesehen.

Das Haus wurde bereits von Geisterjägern aus dem ganzen Land aufgesucht und im November 1980 schrieb das LIVE - Magazin in einem Artikel der “Lemp Mansion” hieß: “Eines der spukreichsten Häuser in ganz Amerika” Und selbst heute ist es noch ein bekanntes Restaurant und Inn, vor allem für Spukinteressierte.

Der jetzige Besitzer des Hauses Paul Pointer, will das Restaurant und Inn, als einen Platz an dem man gut essen und trinken kann weiter etablieren. Er nimmt die Geister der Lemp Mansion als einen Teil davon hin.
“Die Leute kommen hierher um das unerwartete zu erwarten und sie werden selten enttäuscht”.

 

 

 

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