USA


 

 

Lincoln Theater, Decatur/Illinois

 

Das Lincoln Theater steht auf der North Main Street, im Stadtkern von Decatur und ist nur eines von zwei großen Theatern der Stadt, welche heute noch existieren. Es wurde 1916 eröffnet und hat eine große Sitzkapazität und eine breite Bühne. Es ist ein Labyrinth mit vielen Räumen, hohen Balkonen, Kellern und Kellerräumen unter dem eigentlichen Keller. Das Theater beherbergt viele Geheimnisse
und nach Aussage einiger, ebenfalls viele Geister.

Das Theater ist nicht das erste Gebäude, welches auf diesem Grundstück in der Innenstadt steht. Mal abgesehen von den Hütten der ersten Siedler, stand dort als erstes richtiges Gebäude ein Priesterseminar.
 W. S. Crissey eröffnete dieses an dem nordöstlichen Ende des Grundstückes 1860. Jahrelang wurde daran weitergebaut und Franklin Priest, vollendete und führte es für viele Jahre.
Im Jahre 1880 übernahm Riley Deming die Einrichtung und benannte sie in New Deming um. Später wurde es von Augustine Wait erworben und 1882 machte er daraus ein Hotel, mit dem Namen Arcade Hotel. Acht Jahre später modernisierte und erweiterte er es und nannte es von da an Decatur & Arcade Hotel. 1904 wütete dort ein riesiges, grausames Feuer, welches das Gebäude komplett zerstörte, es wurde allerdings, an der selben Stelle, kurze Zeit später, wieder aufgebaut. Es war 1915, als das Desaster seinen Lauf nahm.

 

lincolntheater1

 

Am 21. April 1915, brach ein spektakuläres Feuer aus und zerstörte das neu erbaute Hotel abermals. Das Feuer zerstörte ebenfalls viele umliegende Gebäude und forderte zwei Menschenleben. Es wurde vermutet, dass das Feuer, auf Grund zweier öliger Lappen, die neben einem heißen Boiler liegengelassen wurden, ausbrach. Ein Wachmann fand sie schwelend vor und versuchte sie raus zu bringen, wurde aber durch den dichten Rauch daran gehindert. Das Feuer breitete sich schnell aus. Auch wenn die Feuerwehr aus der ganzen Stadt anrückte, kam bald schon dicker Qualm aus den Fenstern in den ersten Stockwerken. Wasser wurde aus den Tankwagen gepumpt, aber weil der Rauch im Keller so dicht war, konnten die Feuerwehrmänner den genauen Brandherd nicht lokalisieren.
Es wird gesagt, das die Leute am Lincoln Square schrieen, als sie die Flammen zum ersten mal erblickten.

Das Feuer kam von der Rückseite des Hotels und konnte durch die Eingangstür gesehen werden. Die Feuerwehrmänner begannen Wasser in das Gebäude zu spritzen, aber binnen 10 Minuten, hatte das Feuer die Außenmauern erreicht und brach durch das Dach des Hotels. An diesem Punkt, befahl der Feuerwehr Hauptmann C. W. DeVore, seinen Männern, ihre ganze Aufmerksamkeit den umliegenden Gebäuden
zu widmen, da es für das Hotel keine Hoffnung mehr gab.
Die umliegenden Gebäude, inklusive des Bachman Bros. & Martin Co. Möbelgeschäftes, das YMCA, die Presbyterianer Kirche und noch viele andere Gebäude, wurden gerettet. Die Nordwand des Hotel stürzte ein und krachte auf das Lagerhaus des Möbelgeschäftes. Das Geschäft wurde zum Glück weitestgehend verschont, dank einer modernen und neuen Sprinkleranlage und einer Feuerschutzwand.

Die zwei Männer, die getötet wurden, waren William E. Graham, ein Ingenieur der Decatur Bridge & Co. Und ein Vertreter aus Lockport, New York. Die Körper wurden in den Ruinen gefunden, aber einige Hotelgäste wurden trotz intensiver Suche nie gefunden. Ob sie aus dem Inferno entkamen oder nicht, kann niemand sagen. Was jedoch bekannt ist, ist dass das Desaster hätte viel schlimmer sein können. Hätte es vor dem Feuer nicht geregnet, wäre es gut möglich gewesen, das die ganze westliche Innenstadt, dem Feuer zum Opfer gefallen wäre, inklusive vieler Privathäuser. Das Hotel wurde nicht mehr aufgebaut, sondern das Lincoln Theater nahm den Platz, des Hotels ein.

Viele grübeln darüber, ob die Geister der Opfer der Flammen nun in den dunklen Ecken des Theaters umherwandern oder nicht. Das Theater steht nun auf den Grundmauern des Hotels und viele meinen, das die Geister der verstorbenen nun dieses als ihr neues Heim betrachten.

Feuersbrünste wurden nun in Decatur, in den folgenden Jahren, zu häufig. Eine große Anzahl von öffentlichen Gebäuden, inklusive der Power´s Oper, welche gleich zweimal brannte. Eigentlich hätte es den Architekten des Lincoln Theaters zu denken geben sollen, das Theater direkt auf den Grundmauern des niedergebrannten Hotels zu errichten, auch wenn sie wild entschlossen waren, das Theater Feuerfest zu bauen.

Das neue Theater wurde von Clarence Wait 1916 erbaut, auf dem Grundstück, welches er von seinem Vater erbte. Das Architekturbüro Aschauer & Waggoner aus Decatur, wurde damit beauftragt, die Pläne des Theaters und der umliegenden Gebäude zu zeichnen. Diese Gebäude waren u.a. ein Old Fellows Lodge und sieben kleinere Geschäfte, die in Richtung Main Street standen, mit Büros in der ersten Etage. Diese kleinen Geschäfte bekamen den Namen Lincoln Square und das Theater den selbigen.

 

lincolntheater2

 

Das Theater wurde konstruiert und erbaut, auf einem Stück Land welches eine L-Form hat, mit einem Eingang in der Mitte des Blockes. Um sicher zu gehen, das der Block Feuersicher ist, wurden die Boiler dieses Hauses in das Nebenhaus, das Old Fellows Lodge, verlegt und mit einer dicken, feuerfesten Wand vom Theater getrennt. Diese Wand, die ca. 70 cm dick war, umrandete das gesamte Gebäude. Auch das Innere des Gebäudes wurde mit viel Überlegung und Vorsicht designed. Die Wände, die Böden, die Treppenläufe, die Decken, die Installationen, sogar die Gardinen - alles sollte Feuerfest sein. Architekt Charles Aschauer, behauptete, dass der gesamte Block abbrennen könnte, aber das Theater nicht, dies würde unbeschädigt stehen bleiben. Doch wusste er nicht, das es Zeiten geben würde, in denen seine Prahlerei, mehr als nur auf die Probe gestellt werden würde.

Die Öffentlichkeit konnte sich erstmals im Oktober 1916, von dem neuen Theater und dessen Einrichtung überzeugen, als John W. Dooley, einen christlich-wissenschaftlichen Vortrag hielt. Die Formelle und Offizielle Eröffnung, fand am Ende des Monats, am 27. Okt. 1916 statt. Das Theater öffnete mit einer Stehparty und nur die feinste Gesellschaft von Decatur war eingeladen. Und so standen sie alle dort ganz formell mit Schlips und Kragen gekleidet und bewunderten das neue Theater, von dem sie bereits soviel gehört hatten. Das erste Programm, welches präsentiert wurde, war George M. Cohan´s Bühnen Comedy “Hit the trail Holiday” mit Frank Otto. Zusätzlich zur Show, gab es noch Reden vom Bürgermeister und vom Architekten, der nochmals betonte, wie feuersicher das Theater wäre.


Das heimgesuchte Theater
Geschichten über die Heimsuchung des Lincoln Theaters gehen seit den 30er Jahren herum. Berichte von Zeugen dieser Vorkommnisse, aus der frühen Zeit des Films, in diesem Theater, suggerieren, das mindestens ein Geist in diesem Gebäude spukt. Wie auch immer, in der jüngeren Zeit haben die zahlreichen Begegnungen hier im Theater dafür gesorgt, das viele glauben, hier gäbe es mehrere Astralwesen, die herumlungern.

Der berühmteste Geist, des Lincoln Theater geht auf die Zeit des Varieté zurück. Sein Name ist “Red” und er war Bühnenarbeiter im Lincoln, in der Zeit, in der es noch live Auftritte gab. Er war sehr mit dem Theater verbunden und liebte diesen Platz. Er arbeitet lange Schichten und kam gar an seinen freien Tagen in das Theater, nur um unter den Schauspielern und Entertainern zu sein. Es wurde gesagt, dass “Red” immer davon träumte, selbst ein Schauspieler zu sein, mit seiner imposanten Erscheinung und seinen Kastanienbraunen Haaren. Doch war er einfach zu ruhig und scheu um jemals auf die Bühne zu gehen. Er gab sich damit zufrieden, hinter der Bühne zu arbeiten und hin und wieder Nachts auf der Bühne zu stehen um in das leere Theater zu sehen. Vielleicht stellte er sich vor, das in den dunklen Sitzen Publikum säße, das sich versammelt hat, um ihn zu sehen.

Eines Nachts, arbeitete “Red” auf dem “Catwalk”, dieses Areal ist ca. 20m über der Bühne und wurde zu dieser Zeit zum herablassen von Requisiten und Bühnenbildern genutzt. “Red” war es gewohnt dort, in Schwindelerregender Höhe, zu arbeiten und es hatte ihm nie etwas ausgemacht. Doch dann, in dieser verhängnisvollen Nacht, passierte das Undenkbare.

“Red” rutschte auf dem Gitternetz aus und fiel. Er stürzte abwärts und kollidierte mit der Nagelbank und dem Endsander, ebenfalls zwei “Catwalks” die auch in Schwindelerregender Höhe hingen, aber dennoch etwas tiefer als der “Catwalk” auf dem Red sich befand. Die Nagelbank ist eine Metallschiene, an der scharfe Haken herausragen. Die Seile, die den Vorhang und die Bühnenbilder führten, waren daran befestigt. Als “Red” mit dieser Metallschiene kollidierte, wurde ein Arm zerrissen und vom Körper abgetrennt, dies passierte auf Grund der enormen Kraft und Geschwindigkeit, mit der er fiel. Er landete auf der Bühne, als blutiger Haufen und der Arm baumelte immer noch an dem Haken über ihm. Es muss nicht erwähnt werden, das er nur Momente nach dem Aufprall verstarb. Seitdem sucht er diesen Ort immer wieder heim.

Das ist das, was die Legende sagt, aber die wirkliche Geschichte ist nicht so spannend.

Es gab wirklich einen Bühnenarbeiter der “Red” hieß und während der Varieté Zeit dort arbeitete. “Red” hatte auch wirklich nur einen Arm, doch verlor er diesen nicht bei einem schrecklichen Unfall im Theater. Er war ein Veteran des ersten Weltkrieges und er hatte seinen Arm im Kampf in Europa verloren. Als er nach Decatur zurückkehrte, nahm er einen Job als Bühnenarbeiter im Lincoln an und wurde schon bald zu einem Novum, da er es schaffte, all die schweren Arbeiten mit nur einem Arm zu erledigen.
In Wahrheit, war er schneller als die meisten anderen Bühnenarbeiter, wenn es darum ging die Bühnenbilder herab oder herauf zu ziehen. Obwohl diese meist jünger waren
und die Seile mit beiden Armen ziehen konnten. “Red” war ein sympathischer Mann und dem Theater treu ergeben. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich die folgenden Generationen von Bühnenarbeitern noch bis heute an ihn erinnern und von ihm sagen, er sei der Bühnenarbeiter, der das Theater nie verlässt.

Wie bereits erwähnt, starb Red nicht bei einem tragischen Unfall, aber er starb im Lincoln Theater. Nach Aussage einer Quelle, setzte er sich nach dem Mittagessen, eines Nachmittages im Jahre 1927, hin um ein kleines Nickerchen zu machen und wurde einfach nicht mehr wach. Er starb im Schlaf. Er hinterließ einen unglaublichen Eindruck. Schon bald als die Leute begannen über Geister im Lincoln Theater zu sprechen, wurde umgehend angenommen, es handele sich dabei um “Red”.

Über die Jahre hinweg, berichteten Dutzende von Augenzeugen von komischen Geräuschen und Schritten, in dem ansonsten leeren Theater. Die Geräusche können auch nicht einfach mit der Akustik in dem Theater gerechtfertigt werden. Es wurde auch darüber berichtet, das ein Flüstern zu hören sei, komische Stimmen und selbst eine schattenhafte Erscheinung in den Balkonen des Theater, wurde gesehen. Allerdings wird diese Erscheinung nicht als “Red” beschrieben, sondern eher als eine Frau, in einem langen, altmodischen Kleid. Dies ist nur einer der Berichte, der viele vermuten lässt, das es dort mehr Geister geben muss, als nur einen. Diverse andere Zeugen haben darüber berichtet, das sie aus ihren Augenwinkeln heraus, neblige, verschwommene und dunstige Formen und Figuren gesehen haben und keine der Beschreibungen passte auf “Red”. Könnte dort eine Legion von Phantomen im Theater sein?

Zusätzlich zu den visuellen Erscheinungen, kommen noch zahlreiche andere Begegnungen, inklusive der bereits oben genannten Schritte und Geräusche. Viele haben unerklärliche Kältegefühle an bestimmten Punkten im Gebäude gespürt. Andere wiederum berichten, das sie von unsichtbaren Händen berührt wurden. Wiederum andere berichten darüber, das sie gesehen haben, wie sich einige Theatersitze scheinbar von alleine herauf klappten bzw. herunter klappten, gerade so, als wenn ein unsichtbares Publikum die Vorgänge auf der Bühne beobachtet.

Andere nicht erklärbare Vorkommnisse, ereigneten sich um den wohl am meisten heimgesuchten Ort im Theater. Es handelt sich dabei um eine Metall Wendeltreppe, welche sich in der hinteren Ecke der Bühne befindet. Viele Zeugen berichten hier darüber, das sie hier “überirdische” Begegnungen hatten, auf und um die Treppe herum. Zum Beispiel 1994, ein Entertainer der in einer Show die durch die Lande zog, auftrat berichtete darüber, das er einen Mann sah, der lauernd auf der Treppe stand. Er befand sich hinter der Treppe um sein Kostüm zu wechseln, als er eine Stimme hörte, die im zuflüsterte. Als er nach oben sah, konnte er eine schemenhafte, neblige Gestalt auf der Treppe ausmachen. Er konnte die Gestalt nicht beschreiben, aber er war sich sicher, das es sich bei der Gestalt um einen Mann handelte. Er beschwerte sich bei einem Angestellten des Theaters über die Anwesenheit eines Fremden, doch als die beiden die Treppe daraufhin überprüften, war sie leer. Der Mann auf der Treppe war verschwunden, doch konnte er nirgendwo hin sein, ohne aufzufallen. Komisch war auch, das der Schauspieler über die Legenden des Theaters nichts wusste und schon gar nicht darüber, das es Gerüchte gibt, das diese Treppe heimgesucht sei.

 

 

 

- Übersicht Spukorte USA -

 

 

 


Spukorte © 2013

Alle Dokumente auf dieser Website (Forum) unterliegen Copyrights.
Die unerlaubte Verwendung von Texten oder den hier abgebildeten Fotos ist deshalb nicht gestattet.

All documents on this website are subject to copyrights.
An unauthorised usage of either the text or any photos will be prosecuted.